05.09.14 – 07.09.14 PCHC Dijon / Frankreich

Organisation

      

 

Bericht zur PCHC

PCHC kommt 2014 nach Dijon

Irmgartz verteidigt Tabellenführung in der PCHC
Berwanger und Glaser gewinnen in Dijon

Mit Siegen für Kim Berwanger (997 GT3 Cup) und Sebastian Glaser (996 GT3 RS) endete der sechste Lauf der Porsche Club Historic Challenge in Dijon-Prenois. Vor allem der zweite Durchgang war zwischen Glaser und dem Zweitplatzierten Jack Crow (996 GT3 Cup) heiß umkämpft. An der Tabellenspitze bleibt nach wie vor Alexandra Irgmartz vor Marc Hönsch.

Das erste Rennen der Porsche Club Historic Challenge wurde zur sicheren Beute für Kim Berwanger. Der 27jährige verteidigte beim Start seine Pole und fuhr gleich in den ersten Runden einen größeren Abstand auf die zweite Position heraus. Dadurch konnte Berwanger das Geschehen souverän von der Spitze aus kontrollieren und sich aus den Turbulenzen dahinter heraushalten. Als es gegen Rennende noch einmal enger zu werden drohte, legte der 997er Cup Pilot noch einmal mit seiner persönlichen Bestzeit nach. Das reichte zum Gesamtsieg mit 3,277 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei.

„Es ist vom Start weg ganz gut für mich gelaufen und ich konnte mich an der Spitze gleich ein bisschen absetzen. Die Position konnte ich im weiteren Verlauf bei den anstehenden Überrundungen auch halten und das Rennen gut nach Hause fahren. Durch den guten Start konnte ich mich aus dem Gerangel heraushalten. Das hilft dann schon im weiteren Rennverlauf“, berichtete der Gesamtsieger.

Hinter Berwanger tobte ein packender Kampf um den zweiten Platz, wobei gleich mehrere Piloten mitmischten. Immer wieder wechselten die Positionen hin und her. Am Ende setzte sich Sebastian Glaser gegen Silvio Schindler im Porsche 997 GT2 durch. Doch Schindler konnte sich nicht lange über die dritte Position freuen, da der GT2-Pilot noch eine 20sekündige Zeitstrafe wegen Überholens unter Gelb aufgebrummt bekam.

Rang drei ging damit an Jack Crow, der sich klammheimlich nach vorne gearbeitet hatte und in der 16. Runde Haci Köysüren (997 GT3 Cup) von der vierten Position verdrängte. „In dem Rennen hatte ich mindestens acht Überholmanöver. Es ging ständig hin und her. Den Start hatte ich ein bisschen verpennt, weil ich nicht wusste, dass die Ampel nicht geht. Dann musste ich mich ständig gegen die übrige Meute wehren. Es war recht lange ein Kampf mit Haci Köysüren und Silvio Schindler um die zweite Position. Auf der Geraden gingen sie ein paarmal vorbei, ich konnte aber viel später bremsen und habe sie dann ausgebremst“, erzählte Glaser.

Glaser fährt im zweiten Rennen zum Sieg

Musste Sebastian Glaser im ersten Heat noch Kim Berwanger den Vortritt lassen, hielt sich der 996 RS Pilot während des zweiten Durchgangs schadlos. Von der ersten bis zur letzten Runde lag der grüne 911er an der Spitze des Feldes. Doch so einfach, wie es auf dem Papier erscheint, war es dann doch nicht. Dies lag in erster Linie an Jack Crow, der sich in der sechsten Runde vor Silvio Schindler gesetzt hatte und von da an nicht mehr locker ließ.

Am Ende siegte Glaser mit 1,336 Sekunden Vorsprung. „Im zweiten Rennen war ich von Anfang an vorne, musste mich aber ab der achten Runde ständig gegen Jack Crow wehren, der von hinten ziemlich Druck machte. Meine Stoßdämpfer waren heute problematisch und ich hoffe, dass wir am Nürburgring mit den neuen Dämpfern fahren können“, so Glaser. Spannung bot auch der Kampf um die dritte Position, wobei sich diesmal Haci Köysüren durchsetzte.

Im ersten Rennen hatte sich der AKA Pilot nach seinem anfänglichen zweiten Platz noch mit der fünften Position zufrieden geben müssen. Das reichte immerhin zum für die Meisterschaft wichtigen Klassensieg, so dass sich Köysüren auch damit zufrieden gab. Das zweite Rennen war dann schon eher nach seinem Geschmack. Im engen Dreikampf mit Silvio Schindler und Joachim Bleyer, der nach seinem Getriebeschaden im Porsche 997 GT3 Cup von Joos Sportwagentechnik unterwegs war, setzte sich Köysüren mit 0,274 Sekunden Vorsprung auf Bleyer durch.

„Im ersten Rennen habe ich versucht an der Spitze dranzubleiben. Aber nach der achten Runde haben meine Reifen extrem abgebaut. Ich bin dann kein Risiko eingegangen, da ich in meiner Klasse vorne war und nichts riskieren wollte. Ich konzentrierte mich auf meine Klasse“, meinte Köysüren noch vor dem Podesterfolg im zweiten Rennen.

Für Köysüren bedeutete dies den erneuten Sieg in der Klasse 9 vor Joachim Bleyer. Benno Berwanger tat es indes seinem Sohn gleich und gewann die Klasse 10 vor Reiner Sessler. Die Klasse 8 hatte Michael Joos im ersten Rennen fest im Griff. Als Gesamtvierter konnte der Geislinger seine Klassenkonkurrenten Andreas Sczepansky und Ralph Moog (alle 996 GT3 Cup) recht eindeutig in die Schranken weisen.

„Ich habe Platz vier belegt, musste aber ständig mit abbauenden Reifen kämpfen. Am Anfang war es zunächst ganz gut und ich dachte, dass ich mitkommen und am Sebastian Glaser dranbleiben könne. Das hat dann auch so fünf, sechs Runden gut funktioniert. Dann kam Jack Crow von hinten und auch Silvio Schindler ging auf der Geraden an mir vorbei. Dann hat mich Haci Köysüren noch geschnappt. Mehr war heute gegen leistungsstärkere Konkurrenten nicht drin“, erzählte der Klassensieger.

Für das zweite Rennen kletterte Oliver Bliss ins Cockpit, doch der musste den Cup 911er nach anfänglicher Klassenführung vorzeitig abstellen. Dadurch setzte sich diesmal Andreas Sczepansky an die Spitze der Klassenwertung. In einer engen Entscheidung setzte sich dieser gegenüber Ralph Moog mit knapp über einer Sekunde Abstand durch. Klassendritter wurde Florian Keck.

Engster Zieleinlauf der Saison entscheidet Klasse 5

Richtig spannend gestaltete sich auch die Entscheidung in der Klasse 5. Im ersten Rennen hatte sich Mate Eres (964 RSR 3,8) noch deutlich gegen H.P. Wenger (964 RS) und Christian Mussler (911 G Coupé) durchgesetzt. „Im ersten Rennen hatte ich einen guten Start erwischt und konnte meinen ärgsten Konkurrenten HP Wenger hinter mir lassen. Ich habe dann versucht mit den 996ern so gut wie es geht mitzuhalten. Daraus entwickelte sich ein toller Zweikampf mit Andreas Sczepansky. Auf den letzten vier Runden haben wir uns mindestens vier Mal gegenseitig überholt. Am Ende war es dann regelrecht ein Fotofinish. Mit dem Gesamtsieg der PCHC bin ich natürlich happy“, berichtete Eres.

Der zweite Durchgang war dann eine ganz andere Nummer. Rundenlang hetzte Wenger diesmal den blauen 964er von Eres um den 3,8 Kilometer langen Kurs. In Runde vierzehn ging der Eidgenosse an Eres vorbei, konnte sich aber nicht weiter absetzen. Dahinter lauerte Eres auf seine Chance. In der letzten Kurve setzte dieser alles auf eine Karte und saugte sich auf der langen Start- und Zielgeraden an. Am Ende entschieden das Rennen gerade einmal 0,007 Sekunden zu Gunsten von Mate Eres. Einen knapperen Zieleinlauf hat es bis dato in der PCHC nicht gegeben.

„Das zweite Rennen war einfach unglaublich. Es war ein toller Fight mit HP Wenger. Wir haben buchstäblich bis zum letzten Millimeter gekämpft. Egal wer gewonnen hätte, es hätte jeder von uns beiden verdient gehabt. Am Schluss war es hauchdünn, unglaubliche sieben Tausendstel. Ich habe alles gegeben, mehr ging nicht“, freute sich Eres über den engen Kampf.

„Zum ersten Rennen kann ich gar nicht viel sagen. Ich bin da ziemlich alleine gefahren. Ich hatte alte Reifen aufgezogen, da war einfach nicht mehr möglich. Im zweiten Rennen war es ein toller Fight mit Mate Eres mit einem wahnsinnigen Finish mit nur wenigen Tausendstel Abstand. So macht es Spaß und so sollte es jedes Mal sein“, pflichtete Wenger seinem Konkurrenten bei.

Alexandra Irmgartz setzt ersten Matchpoint

In der Klasse 4 hielt sich Alexandra Irmgartz (964 RS) erneut schadlos. Die Porsche-Pilotin aus Neuwied machte mit ihren beiden Klassensiegen einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft. Im ersten Rennen konnte Irmgartz ihren Teamkollegen Enrico Schenke (964 Cup) mit 38,604 Sekunden Vorsprung auf Abstand halten. Das zweite Rennen war da schon eine Spur härter. Denn Mathias Dankmer (911) entpuppte sich als starker Gegner beim Kampf um den Klassensieg.

Mit einer halben Sekunde Abstand holte sich die Porsche-Pilotin schließlich ihren zwölften Erfolg in der Klasse 4. Dritter wurde Ralf Schmaus, der für Schenke übernommen hatte, vor Frank Willebrand (964 Carrera 2). „Beim Start habe ich versucht Matthias Dankmer hinter mir zu halten. Das ist mir aber nicht gelungen. Ich konnte ihn dann in der dritten Kurve vor der Parabolika wieder überholen. Am Ende konnte ich etwas Speed herausnehmen, um die Reifen zu schonen. Das Wort Meisterschaft nehme ich nicht in den Mund und es wäre Quatsch jetzt schon hin und her zu rechnen“, befand Alexandra Irmgartz.

Engster Meisterschaftskonkurrent bleibt weiterhin Marc Hönsch (968 CS), der genau wie Alexandra Irmgartz zweimal die Klasse gewinnen konnte. Der junge Transxale-Pilot ließ in Frankreich nichts anbrennen und siegte souverän vor Norbert Schuster und Willie Beck (beide 968 CS). „Bei den beiden Rennen hat alles gut funktioniert und ich bin gut durchgekommen. Es gab viele Fights mit Teilnehmern aus höheren Klassen. Da hat ziemlich Spaß gemacht. Die Situation in der Meisterschaft hat sich nicht groß geändert. Jetzt warten wir mal den Nürburgring ab, wie da die Punkte aussehen“, blickte Hönsch auf das Finale im Oktober voraus. Ebenfalls zweimal in ihren Klassen erfolgreich waren Antonios Trichas (924S), Thomas Weidel (944 Turbo) und Wolfgang Bensch (930 Turbo).

arp Redaktionsbüro Patrick Holzer

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